Gestern habe ich an meinem MG4 die hinteren Bremsen gewechselt. Hier ein kurzes Update, wie die Reparatur bei mir abgelaufen ist.
Fahrzeug in Neutralstellung bringen
Zunächst habe ich mich ins Fahrzeug gesetzt, die Fahrertür geöffnet gelassen und gewartet, bis das Fahrzeug vollständig hochgefahren war und der Begrüßungstext abgespielt wurde.
Anschließend habe ich das Gaspedal vollständig durchgetreten und die elektrische Parkbremse gelöst. Das Fahrzeug wechselte daraufhin in den Modus „N“ und konnte verlassen beziehungsweise frei bewegt werden.
Wichtig: Die Fahrertür darf dabei nicht geschlossen werden, da das Fahrzeug sonst die automatische Parkbremse wieder aktiviert.
Vor Beginn der Arbeiten habe ich das Fahrzeug mit Unterlegkeilen zuverlässig gegen Wegrollen gesichert. Danach konnte ich das Fahrzeug mit dem Wagenheber anheben und das Rad demontieren.
Bremssattel und Bremsscheibe demontieren
Als Nächstes habe ich die Führungsbolzen gelöst. Anschließend ließ sich der Bremssattel zusammen mit den Bremsbelägen nach hinten abnehmen.
Danach habe ich die kleine Befestigungsschraube der Bremsscheibe gelöst. Positiv fand ich, dass sich die Bremsscheibe anschließend entnehmen ließ, ohne den Bremssattelhalter demontieren zu müssen. Dadurch musste ich nicht an die Dehnschrauben des Bremssattelhalters heran. Nun habe ich die Bremsbeläge herausgenommen und den Stecker am Stellmotor der Parkbremse gelöst.
Stellmotor und Bremskolben zurückstellen
Den Stellmotor habe ich mit einer separaten 12-Volt-Batterie vollständig zurückgefahren. Dabei ist zu beachten, dass sich an einer Seite der Anschlussbuchse ein kleiner Kunststoffsteg befindet. Der Stecker kann daher nur in einer bestimmten Position aufgesteckt werden.
In meinem Fall habe ich den Kontakt neben dem Kunststoffsteg mit Minus und den anderen Kontakt mit Plus verbunden. Dadurch fuhr der Motor vollständig zurück. Sollte sich der Motor in die falsche Richtung bewegen, muss die Polung entsprechend geändert werden.
Anschließend habe ich den Bremskolben mit einem Bremskolbenrückstellwerkzeug zurückgestellt. Dabei bin ich entsprechend der Beschreibung des Users „Owalt“ vorgegangen:
Zitat„Musst den Kolben aber noch reindrehen, erst linksrum mit leichtem Druck und dann, wenn es nicht mehr weitergeht, rechtsrum, bis er ganz drinnen ist.“
Reinigung und Montage
Die Auflage- und Laufflächen der Bremsbeläge am Bremssattelhalter habe ich mit einer Drahtbürste gründlich gereinigt und anschließend mit ATE Plastilube behandelt.
Danach habe ich die neue Bremsscheibe montiert und die Bremsbeläge in den Bremssattelhalter eingesetzt. Auch die Führungsbolzen habe ich gereinigt und mit einem dafür geeigneten Schmiermittel gefettet.
Anschließend wurde der Bremssattel wieder am Bremssattelhalter montiert. Zum Schluss habe ich den Stecker des Stellmotors wieder angeschlossen, das Rad montiert und das Fahrzeug abgesenkt.
Fehlermeldungen nach der Reparatur
Zunächst zeigte das Fahreug mehrere Fehlermeldungen an. Davon sollte man sich erst einmal nicht irritieren lassen.
Ich habe mich ins Fahrzeug gesetzt und die Taste „P“ gedrückt beziehungsweise versucht, die Parkbremse zu betätigen. Daraufhin erschien nochmals eine Meldung, dass die Bremskraft der Parkbremse zu niedrig sei. Der Stellmotor auf der erneuerten Seite reagierte in diesem Moment noch nicht.
Danach bin ich ausgestiegen, habe die Fahrertür geschlossen und das Fahrzeug verriegelt. Nach ungefähr einer Minute habe ich das Auto wieder aufgeschlossen, mich hineingesetzt und das Fahrzeug hochfahren lassen.
Die Fehlermeldungen waren zunächst weiterhin vorhanden. Nachdem ich jedoch das Bremspedal betätigt hatte, fuhr auch der Stellmotor auf der erneuerten Seite den Bremskolben in die vorgesehene Bremsposition. Anschließend verschwanden die Fehlermeldungen.
Zur Funktionskontrolle habe ich die Parkbremse noch einige Male gelöst und wieder angezogen. Beide Stellmotoren arbeiteten danach einwandfrei.
Nach einer kurzen und vorsichtigen Probefahrt habe ich die zweite Fahrzeugseite auf die gleiche Weise erneuert.
So, jetzt geht es zur Hauptuntersuchung...