Also, vor dem Rollen in N braucht niemand Angst haben. Der technische Hintergrund ist folgender:
Wir haben einem permanenterregten Synchronmotor im MG4. Dieser erzeugt unweigerlich Strom sobald er in den Spulen des Stators bewegt wird. Beim Rekuperieren fließt dieser Strom über den Umrichter in die Batterie und ist so "verräumt". Daher entsteht auch das Bremsmoment beim rekuperieren.
Ist der Motor (und der Umrichter) aber jetzt ausgeschalten, kann beim abschleppen des Autos der im Motor erzeugte Strom jetzt nirgendwo hin und es entstehen wahlweise hohe Spannungsspitzen die die Elektronik des Umrichters zerstören können, oder aber bei kurzgeschlossenen Wicklungen des Stators hohe Ströme und damit hohe Wärme im Motor. Das ist der Grund warum stromlose E-Autos mit Permanentmagnetläufern nicht über längere Strecken oder mit hohen Geschwindigkeiten abgeschleppt werden dürfen.
Beim rollen in N dagegen, ist die Leistungselektronik des Motors in Betrieb. Das Auto "segelt" sozusagen, ohne dass der Motor ein nennenswertes Brems- oder Drehmoment erzeugt. Das geschieht, indem das Drehfeld des Stators mit dem sich drehenden Magnetfeld des (Permanentmagnet-) Rotors oder Läufers "mitgeführt" wird. Dadurch heben sich alle Energieflüsse im Motor - egal ob elektrisch oder magnetisch - auf. Der Motor verbraucht keinen Strom und erzeugt auch kein Drehmoment, aber er erzeugt auch keinen Strom und bewirkt dadurch auch kein Bremsmoment auf die Räder. Demzufolge bleibt auch eine ungewollte Erhitzung des Motors aus.
Beim gewollten Rekuperieren dagegen, wird das Drehfeld des Motors etwas hinter das des Läufers verschoben. Es eilt sozusagen dem Läufer hinterher. Dadurch entsteht je nach Drehwinkeldifferenz gewollt ein schwächeres oder stärkeres Bremsmoment und gemäß dem Energieerhaltungssatz demnach natürlich auch ein Strom, der kontrolliert an die Batterie abgegeben wird.