Ich hab da so ein automatisches Messgerät. Da muss der Ampere-Wert eingeben werden und dann ermittelt das Gerät den Zustand. Funktioniert gut. Damit hab ich vorher beim Ford die defekte Batterie entlarvt, die lt. Händler in Ordung sein sollte. Als ich drauf bestanden hab das der Meister vor Ort sein Prüfgerät anschließt wurde dasselbe angezeigt mit dem Hinweis "Batterie defekt bitte erneuern".
Diese Geräte sind meist recht einfach aufgebaut. Wir hatten bei uns im Geschäft auch so eines von einem unserer Batterielieferanten. Selbst der namhafte Batteriehersteller der uns diese Geräte zur Verfügung stellte sagte mir mal am Rande einer Schulung vertraulich dass diese Geräte eigentlich nur als gute Argumentationshilfe den Kunden gegenüber gedacht seien um neue (Motorrad-) Batterien zu verkaufen. Sie vermitteln „Fachkompetenz“ und ein „fundiertes Ergebnis“. Ein Schelm wer Böses denkt. 😉
Das Gerät belastet die Batterie mit einem immer gleichen definierten Strom und beurteilt dabei den Spannungsabfall innerhalb einer fest definierten (auch immer gleichen) Zeit. Also im Prinzip nichts anderes als die Messung des Innenwiderstandes. Diese Methode ist zwar schon in Grenzen dazu geeignet die Hochstromfähigkeit einer Batterie zu beurteilen, aber nicht wieviel aktive Elektrodenmasse und wieviel kristalin sulfatierte passive Elektrodenmasse vorhanden ist. Und das ist der eigentliche Maßstab wie gut die Batterie noch ist und welche Restkapazität sie noch hat.
Ich hatte mal im Auto ne sehr gute Exide Carbon-Boost die nach etwa 6 Jahren ihren Dienst immer noch super verrichtete. Als sie aber begann nach längeren Standzeiten erste Schwächen zu zeigen, hab ich sie an meinen Modellbau-Lader gehängt um die Kapazität durch einen kompletten Lade-Entlade-Lade-Zyklus zu messen. Ergebnis: sie hatte von 60Ah gerade noch knapp 2 Ah übrig. Der Rest war sulfatiert. Kein Wunder: mein Auto stand viel rum (vor allem im Sommer wenn ich überwiegend 2-rädrig unterwegs bin) und die Batterie war ständig in Schwebeladung irgendwo im mittleren Bereich. Und genau das killt Bleibatterien. Wenn die Batterie 50% Ladung hat, dann liegen 50% als feinteiliges Bleisulfat vor. Dieses hat aber die dumme Angewohnheit im Laufe der Zeit in immer größere Sulfatkristalle zu kristalisieren. Kristalle sind sehr stabile Verbindungen die durch laden kaum noch wieder aufzuknacken sind. Das gelingt bestenfalls mit sehr hohen Strömen und Spannungen. Die schädigen die Elektroden aber mechanisch. So passiviert sich die Batterie immer mehr.
Daher seh ich auch diese Batterie-Pulser eher kritisch. Ich hatte auch mal mehrere Jahre so nen fest angeschlossenen Pulser eingebaut. Die Idee ist zwar auch, dass sie im Laufe der Zeit selbst größere Sulfatkristalle wieder aufknacken sollen, aber sie brauchen halt dafür auch wieder Strom aus der Batterie und entladen sie damit zum Teil wieder, was die Sulfatierung wieder fördert.
Fazit: Bleibatterien sind einfach Scheiße 💩! 😂
Deshalb würde ich auch sofort ne LiFePo-Batterie einbauen wenn die Orginale auch nur das erste mal schwächelt. 😜