Beiträge von ulf

    Hier der angekündigte Vergleich des BMS-SoH-Verlaufs mit dem selbst ermittelten SoH anhand von Kalibrierungsladungen bei den XPs von Romeo und mir. Die Farben der Graphen entsprechen unseren MG4: grün = Romeo, blau = ich:


    SoH_BMS_DiY_Romeo_Ulf.jpg


    Wir begannen die Suche nach dem "wahren" SoH unserer XPs, weil das BMS von Romeo nach fast 2 Jahren seit Produktion seines XP und über 40Tkm immer noch 100% SoH meldete, und das kam uns (freundlich ausgedrückt) viel zu optimistisch vor.

    Bei meinem XP hatte ich aus Neugier auf die BEV-Welt schon bei den 1. und 4. Kalibrierungsladungen (ca. 1/2 und 2 Jahre nach EZ bei km-Stand 2.035 bzw. 9.658) etliche BMS-Daten aufgezeichnet, aus denen ich im Rückblick einen ungefähren SoH-Wert ermitteln konnte. Meine derzeit letzte Kalibrierungs-Datensammlung bei 11.565 km (speziell für die SoH-Berechnung) stammt vom April 2026. Romeo zeichnete seine ersten BMS-Daten von Kalibrierungsladungen im Oktober 2025 bei 49.157km auf, und ebenfalls im April 2026 bei 63.181km.

    So zeigt das Diagramm die punktuellen SoH-Verläufe je eines ausgeprägten Viel- und Wenigfahrers, bei jeweils schonender Behandlung der Akkus (meistens im SoC-Bereich zwischen 20 und 80% bei möglichst wenig HPC-Ladungen).

    Der Vergleich zwischen BMS-Daten und dem selbst "gemessenen" DIY-SoH zeigt bei Romeo, daß sein BMS besonders im Zeitraum um anderthalb Jahre nach Produktion seines XP über 4,5% mehr SoH gemeldet hatte, als nach meinen Auswertungen seiner Daten noch vorhanden war. Bei mir waren es ca. 2 Jahre nach Produktion meines XP "nur" maximal ~ 3% Grinsezuschlag.


    Die bisherige Tendenz unserer SoH-Verläufe vom BMS scheint diese Schummeleien wieder ausgleichen zu wollen, indem der BMS-SoH deutlich schneller sinkt als der "gemessene" SoH unserer Akkus über das letzte Winterhalbjahr. Wenn die berechneten SoH künftig mit der gleichen Rate weiter runtergezählt werden wie bisher (ca. 3,7% pro Jahr), werden sie den DIY-SoH-Verlauf schätzungsweise im Jahr 2027 schneiden.


    Eine große Überraschung für mich sind die relativ geringen Degradationen während des letzten Winterhalbjahrs. So könnten unseren beiden Akkus nach anfänglich schneller Degradation nun eine Phase mit minimaler weiterer Degradation erreicht haben (was auch in einigen Quellen im Internet beschrieben wird) - vermutlich unterstützt durch winterliche Temperaturen, die AFAIK die kalendarische Degradation zusätzlich bremsen.


    Romeo und ich wollen den "wahren" SoH unseres Akkus weiterhin ca. alle halbe Jahre ermitten. Dann gibt es hier entsprechende Updates.

    Die Ladekurve ist aber immer wieder interessant. Er zieht hoch auf 130 kw - macht einen geraden horizontalen Strich bis ca 60 %, bricht dann auf ca. 85 kW ein.

    Na ja, der grade Strich ist nicht wirklich horizontal, sondern leicht ansteigend, wie schon hier ermittelt:


    MG4Lux_Ladekurve_SoC.jpg


    Zudem scheinen Dir ~ 5,7kW zum Peak eines neuwertigen Akkus zu fehlen - womöglich aufgrund der Degradation. Romeo hatte mir schonmal etwas ähnliches von seinem XP geschrieben.

    Update der Forums-Datensammlung:


    Forumdaten8_Degra_Laufleistung.jpg


    Forumdaten8_Degra_Baudatum.jpg


    Nach wie vor versammeln sich fast alle NMC-MG4 im 3,7%-pro-Jahr-Degradations-Korridor zwischen den roten Strichellinien. Nur der Lux von DatUwe scheint laut BMS bisher dauerhaft langsamer zu degradieren.


    Die Gegenüberstellung von BMS-SoH und anhand von Kalibrierungsladungen "gemessenen" SoH bei den XPs von Romeo und mir zeige ich künftig nur noch in einer separaten Grafik, weil die Verläufe der "gemessenen" SoH in der Gesamtgrafik optisch immer mehr untergegangen waren.

    Sehen wir das mal positiv: Das Elektroauto ist nun endlich in Deutschland angekommen und wird breiter akzeptiert,

    Für mich hat unsere bisherige BEV-Nische auch Vorteile:

    1. eine Relation von BEV pro öffentlichem Ladepunkt, bei der wir statistisch fast nie auf eine freie Ladesäule warten müssen. Wenn aber demnächst der BEV-Bestand schneller wächst als der Ausbau der Lade-Infrastruktur vorangeht, werden nervige Wartezeiten auf freie Ladesäulen häufiger werden :(

    2. die staatliche Fast-Steuerbefreiung als BEV-Fahrer. Aber je höher der BEV-Anteil wird, umso schneller und gezielter wird der Staat auch uns auspressen, um den Einbruch der Spritsteuer-Einnahmen (mindestens) zu kompensieren :(

    Verwundert hat mich nur das alle Leasingangebote immer 25 Monate sind, das ist immer 1 Monat nach der Gewährleistung.

    ???

    Laut Sig hast Du den Lux für 24 Monate geleast. 25 weitere Monate wären dann 1 Monat länger als die längste (am Stück) angebotene Leasingdauer von 4 Jahren, aber es wären noch fast 3 Jahre Restgarantie übrig. Das dürfte IMO die Arval-Schallmauer für den Weiterverkauf sein, damit der Käufer noch eine attraktive Zeit ohne das Kostenrisiko teurer Akkudefekte hat.

    Update:

    Meine Vermutung aus #3 hat sich bei den Frühjahrs-Kalibrierungsladungen von Romeo und mir bestätigt.

    Hier 3 Grafiken mit jeweils 2 korrekten Tets und 1 zu spät gestarteteten Test.

    Zum grundlegenden Verständnis zuerst die Spannungskurven von Ladestart bis -ende:

    Kalis_Ulf_Romeo_25_26.png


    Die grade durchlaufenden Graphen enthalten keine Daten aus dem mittleren SoC-Bereich. Die werden aber für genaue Ergebnisse nicht gebraucht, da der Akku mit konstanter Leistung geladen wird.

    Die gleichen Daten mit Zoom auf der Startbereich:

    KaliStarts_Ulf_Romeo_25_26.png


    Hier verlaufen je 2 Graphen weitgehend deckungsgleich: das sind die Tests mit ausreichend frühem Ladestart (spätestens 362Volt).

    Bei späterem Ladestart (rot und dunkelblau mit deutlichen Punktmarkierungen) dauert es zu lange, bis die Ladespannung sich nach oben stabilisiert hat.


    Die kWh/Volt-Grafik des relvanten Spannungsbereichs auf Basis der gleichen Daten:

    KaliStarts_kWh_V_Ulf_Romeo_25_26.png


    Bei ausreichend frühem Ladestart liegt das relevante Kurvenmaximum immer bei ca. 371Volt; der scharfe Peak der September-Ladung bei 363V resultiert aus einem viel zu frühen Ladestart und ist bei der Ladung vom April zu einer kleinen Aufwölbung unterhalb des relevanten 371V-Maximums geschrumpft.


    Bei Romeo 's 1.Ladung (rote Kurve) wurden zwischen 368 und 373V keine Daten aufgezeichnet. Grob geschätzt würde der Kurvenscheitel bei ca. 0,732 kWh/Volt liegen, was einem SoH von 93,6% entspräche.

    Seine 2.Ladung ergab gerundet 95,1% SoH - also ca. 1,5% über dem zu spät gestarteten Test.


    Die SoH-Differenz zwischen meiner (im Rückblick) viel zu spät gestarteten Ladung und der kurz danach erfolgen Wiederholung (März und April 2026) liegt bei 1,9%. Das ist zwar immer noch ein geringerer Fehler als die +/- 3 % Toleranz beim Aviloo-Premiumtest, aber dieser Fehler meiner Methode ist vermeidbar, wenn die Kalibrierungsladung des MG4-64kWh-NMC-Akkus möglichst genau bei 360V Ruhespannung (stehender MG4 ohne abschaltbare Verbraucher) gestartet wird.


    Die Folgerungen aus den Ergebnissen der o.a. SoH-Tests beschreibe ich in einem anderen Thread.