Steigt der Innenwiderstand wird mehr Energie in Wärme umgewandelt und der Akku ist schneller leer. Ja. Das ist aber nicht das eigentliche Problem. Steigt der Innenwiederstand, sinkt auch die Leistung, welche abgerufen werden kann, bevor es zu einem Einbruch der Zellspannung kommt. Dieser Einruch der Zellspannung ist das Problem, der dafür sorgt, dass das System plötzlich ausgeht, obwohl noch genug Kapazität da wäre. Und das nicht nur beim Smartphone, sondern bei allen Geräten, einschließlich Autos. Die Betrachtung der Restkapazität mag zwar nett klingen und ist vielleicht besser "vorstellbar". Für die Einschätzung, wann ein Akku am Ende ist, spielt diese jedoch keine wirkliche Rolle. Der Innenwiderstand bestimmt dessen Lebensende. Und das passiert im statistischen Durchschnitt, wenn die Restkapazität bei etwa 70% liegt.
-------
8 ... 12 Jahre, 5% 'verloren'. Leider Falsch. Eine Batterie verliert in den ersten 10 ... 20 Vollzyklen (Meist weniger als 1 Jahr) rund 3 ... 5%, danach ewig Lange (> 500 Vollzyklen) kaum mehr. Da ist man entweder ein echter Vielfahrer (> 40.000km/Jahr), oder man landet bei der kalendarischen Alterung (> 10 Jahre). Wers noch genauer mit Zahlen und Graphiken wissen will, Pattery Poscast suchen, dort behandeln dieses Thema die absoluten Top Profis in De. Exakt auseinanderdividiert je nach Batteriechemie, Batterie Design, BMS, usw., usf.
-------
Verstehe nicht, was an unter 95% SoH bei einem gebrauchten E-Auto schwierig sein soll. Das ist ja quasi neu, da die ersten 5%-10% schneller verloren gehen (oft in den ersten paar Monaten) als die nachfolgenden Prozentpunkte bis 70%. Nach 70% geht es dann wieder schneller. Es ist eine S-Kurve. Man könnte also ganz grob sagen, dass 80% Halbzeit sind. Angenommen man sieht ein gebrauchtes E-Auto mit 150.000km Laufleistung und es hat 80% SoH, ist das ein akzeptabler Wert. Es fährt vermutlich nochmal so lange bis es auf 70% ist. Selbstverständlich sind das alles Daumenwerte und man hat selbst großen Einfluss darauf, wie lange der Akku hält. Am besten langsam laden (und entladen) und den Akku SoC immer zwischen 30% und 75% halten.
--------
Das kommt ein wenig darauf an, über welches Fahrzeug man genau spricht, aber prinzipiell hast du recht. Mit 95% realen SoH ist ein Akku voll in Ordnung und quasi wie neu. Das Problem dabei ist eher, wie die Hersteller den SoH berechnen und ob du den einfach ausliest oder ein richtiges Messgerät zur Ermittlung nutzt. Tesla und so ziemlich der ganze VW-Konzern sind da recht ehrlich und geben auch am OBD den realen SoH aus. Insbesondere einigen Asiaten wie Toyota und Kia darf man am OBD aber kein Wort glauben, die zeigen da auch nach mehreren Jahren häufig noch 100% SoH an, obwohl das physikalisch unmöglich ist. Aber auch unsere deutschen Premiumhersteller wie BMW und Mercedes tricksen da ein wenig, wenn auch nicht so extrem wie Toyota. Einen Tesla mit 80% SoH am OBD kann man noch nehmen, wenn man damit leben kann, dass er in den nächsten 5 Jahren wahrscheinlich unter die 70% SoH-Marke fallen wird. Wenn man ihn besonders pfleglich behandelt und nicht besonders viel fährt, sind es vielleicht auch etwas über 10 Jahre. Und selbst bei unter 70% SoH ist das Teil ja noch nicht Schrott, sondern man muss nur mit zunehmend mehr Problemen rechnen (Kapazitätsverlust, Leistungsdrosselung und höhere Wahrscheinlichkeit für Teil- und Komplettausfall). Einen Toyota mit 80% SoH am OBD würde ich aber eher stehen lassen, da der reale SoH der Zellen knapp an 70% SoH liegen müsste. Man könnte dann noch einen teuren professionellen Test machen, aber warum da Geld und Zeit investieren? Bei angeblichen 80% SoH wird der Verkäufer kaum einen Kampfpreis ausrufen, für den man sich einen Wagen mit vielleich 72% SoH noch holen würde. Soll sich also ein Unwissender daran die Finger verbrennen.