Beiträge von ulf

    Könnte auch sein, dass bei der Rückwärtsbremsung die hinteren Bremsen stärker belastet werden. Möglicherweise ist dann mehr Druck / Gewicht drauf.

    Theoretisch richtig. Aber entsprechend dem "mehr Druck" müßten die HA-Scheiben dann IMO auch wärmer werden als beim Vorwärtsputzen. Genau das konnte ich aber nicht beobachten (-> #502), sondern im Gegenteil hatte sich das Tragbild der *Autsch*heiß gebremsten Scheiben nicht mal ansatzweise so deutlich verbessert wie beim Lauwarm-Rückwärts-Putzen.

    Grade denke ich, daß es auch beim Bremsen eine gewisse Wirkungsgradspanne geben könnte, wobei hier der Materialabtrag von der Scheibe die "gute" = gewünschte Wirkung ist: Rückwärts wurde bei relativ wenig Verlustwärme mehr Material abgetragen (= guter Wirkungsgrad) als beim Vorwärts-Bergab-Bremsen mit vielfach stärkerer Erwärmung = schlechter Wirkungsgrad :/

    Extremes Bremsen macht extrem heiß und die Scheibe verzieht sich oder wird eben geglüht oder beides. Wenn ich was abschleife mir dem Schwingschleifer dann mache ich das langsam und mit sanftem Druck aber doch nicht voll pressen und dafür kurz. Genauso sehe ich das bei den Bremsen.

    Wenn ich meine bisherigen Gang-N-Putzversuche mit anschl. Temperaturfühlprobe zu deuten versuche, erinnere ich mich, daß

    -> langes sanftes Bremsen auf einer langen Bergabstrecke die Scheiben am heißesten machte, leider ohne das Tragbild der hinteren Scheiben merklich zu verbessern

    -> ca. 8 Rückwärts-Vollbremsungen aus grade mal 40 km/h (da wird der XP rückwärts abgeregelt) die Scheiben nur mittelwarm machten, aber das Tragbild der hinteren Scheiben relativ deutlich verbesserten: die braunen (Flugrost-)Ringe im mittleren Bereich sind weitgehend verschwunden, obwohl ich wegen der Konzentration beim Rückwärts-Rasen IIRC immer vergaß, vor dem Bremsen in N zu schalten.


    Mein Bauchgefühl meint, daß der klare Rückwärts-Erfolg (evtl. / teilweise) daher kommen könnte, daß Scheiben und Beläge "gegen den gewohnten Strich" vom üblichen Vorwärts-Bremsen geschliffen wurden. Bin aber viel zu wenig Materialkundler, um das näher begründen zu können ... das überlasse ich den entsprechenden Spezis hier - auch wenn sie meine Vermutung widerlegen ;)

    Warum so wilde Manöver?

    OPD auslassen, 200km auf die Bahn, Bremsscheiben blank. Alle 2 Monate muß ich eh mal soweit fahren,

    OPD nutze ich als 99%-Landstraßenfahrer eh nie.

    Und nach 200km BAB wären meine Scheiben noch lange nicht blank - könnte vlt. daran liegen, daß wir verschiedene Fahrstile haben? 8o

    Für mich sind zwecks Bremsenputzen "Vollbremsungen, Material und Energie verschwenden" allemal zielführender, weil ich dabei keine ungezählten kWh in nichts als verwirbelte Luft (aka Überwindung des Luftwiderstandes bei BAB-Tempo) verballere ;)

    Ich habe auf einem graden Stück einer Art Anliegerstraße (die am Feiertag fast gar nicht befahren ist) grade die Rückwärts-Scheibenputzmethode mit Temperaturfühltest probiert: Schnell rückwärts fahren und denn voll auf die Bremse, das Ganze insgesamt ca. 8mal.

    Leichter Ringrost auf der Scheibenmitte ließ sich zu geschätzten 80% entfernen, aber die Rostkränze außen blieben praktisch unverändert ?(

    Die hinteren Scheiben wurden dabei etwas wärmer als die vorderen; demnach dürfte diese Methode die gezielteste Reinigung für die hinteren Scheiben sein.

    Aber:

    Einfach rückwärts losrasen anstatt sich langsam an die ungewohnten Abläufe heranzutasten, davor kann ich selbst auf graden Straßenstücken nur warnen! Beim 1. Mal hätte ich mir fast an einem Baum den rechten Spiegel abgerissen, weil ich den MG4 nicht vorher exakt auf den Gradeausverlauf der Straße ausgerichtet habe!

    BTW: Mein XP fährt rückwärts max. Tacho 42, also real 40 km/h.

    Die Stirnfläche des MG4 beträgt etwa 2,3 m2, der Luftwiderstandsbeiwert (cW-Wert) etwa 0,29 das ergibt eine Luftwiderstandsfläche von etwa 0,66 m2.

    Die Stirnfläche des Tesla Model 3 beträgt etwa 2,2 m2, der cW-Wert) etwa 0,22 das ergibt eine Luftwiderstandsfläche von etwa 0,51 m2.

    Laut XP-Pressemappe ist cw = 0,303 und die Fläche 2,36m². Das ergibt eine Luftwiderstandsfläche von etwa 0,715 m²,

    XP_cw-Wert.jpg


    Die Luftwiderstandsfläche des MG4 ist bei einer um etwa 0,1m2 (etwa 4,5 %) größeren Stirnfläche also etwa 0,15 m2 (etwa 6,5 %) größer als die des Tesla Model 3.

    Diese Rechnung verstehe ich nicht. Ich würde einfach beide Luftwiderstandsflächen durcheinander teilen und bekomme 0.66m² / 0,51m² = 1,29, d.h. 29% mehr Luftwiderstand beim MG4?

    Mit den Pressedaten des XP wären es sogar 0,715 / 0,51 = 1,40 = 44% mehr Luftwiderstand beim XP?

    der Tesla braucht bei gleichem AB-Tempo rund 2 kWh/100km weniger.

    Genau da sieht man die bessere BAB-Effizienz des (alten) Tesla ;)

    Und die kommt MO von seiner besseren Aerodynamik, die ab ~ 100km/h den größten Verbrauchsanteil bildet.

    Wenn ich mir Tesla und MG4 jeweils im Profil vorstelle, wirkt das flache glatte Tesla-Design schon auf meinen Technik-Bauch besser als der verspielt-zerküftete MG4 ?(

    Den Bergab-N-Bremstest habe ich nochmal in einem Mini-Szenario gemacht: ca. 1km Strecke mit ~ 20 Höhenmetern Gefälle. Darin 1mal gemächlich von 50 auf 0 gebremst wegen Stopschild, und nochmal am Ende des Tests mit Minimalverzögerung von ca. 70 auf 0. Dann ausgestiegen zur Fühlprobe: Alle 4 Scheiben waren gleich lauwarm.


    Meine beiden Tests lassen mich nun vermuten, daß der MG4 (XP) in harmlosen Situationen beim Rollen in N die Bremsleistung grundsätzlich gleichmäßig auf beide Achsen verteilt.

    So gesehen, wären zum Putzen der hinteren Scheiben weiche Bremsungen sogar relativ wirkungsvoller, solange nicht (wegen Achslastverschiebung) Bremskraft von hinten nach vorne umgeleitet wird ...?

    Aber wenn ich nach dem Winter meine gammeligen HA-Scheiben sehe, schreit mein Bauch immer "Die müssen mal wieder dringend mit einer Menge Vollbremsungen behandelt werden!" ?( :?: :/