(Fortsetzung von RE: Lädt nur bis 97% , um das Thema nicht mit noch mehr OT aufzublähen)
Extrakt der Posts zum hiesigen Thema:
Vor kurzem hat unser XP-Vielfahrer Romeo (der AFAIK seinen Akku im Rahmen seiner Möglichkeiten optimal behandelt: immer zwischen 20 und 80% SoC, und möglichst wenig HPC-Ladungen) wieder eine Kalibrierungsladung mit Datenaufzeichnung gemacht. Während sein Auslese-SoH nach rund 2 Jahren seit EZ und 63Tkm noch auf 98% steht, lautet das Ergebnis meiner Auswertung seiner Daten: ca. 95% SoH.
Demnach hat er schon ca. 1/6 des nutzbaren Degradationbereichs bis 70% Rest-SoH verbraucht...
... und wird bei unverändertem Fahrprofil linear hochgerechnet nach insgesamt ~ 12 Jahren Nutzungszeit und 380Tkm Eigentümer eines XP mit ~ 70% SoH und daraus folgend dem Restwert = 0€ sein.
Einige unserer User meinen, daß die mechanische Haltbarkeit des MG4 auf ~ 150Tkm ausgelegt ist.
Damit könnte ich gut leben, denn bei ~ 6Tkm Jahrsfahrleistung bräuchte mein XP rund 25 Jahre um 150Tkm auf der Uhr zu sammeln.
Leider würde das wohl vom Akku sabotiert werden, der ja selbst ohne jede Benutzung unter günstigsten Bedingungen mit ca. 1,5% / Jahr kalendarisch degradiert...
... und nach 25 Jahren alleine deshalb nur noch 62,5% SoH hätte.
Incl. der zyklischen Degradation aus 150Tkm mit gnädigen 17 kWh/100km = 22.500 kWh = 413 Vollzyklen à 61,7 kWh dürfte der Rest-SoH grob geschätzt um die 50% liegen.
Bei den mir bekannten Jubelberichten über BEV-Kilometerfresser liegt der Rest-SOH immer über 70%. Z.B. hier ...
... beschreibt der Fahrer aber schon einen plötzlichen deutlichen Einbruch der 100%-SoC-Reichweite bei 78% SoH laut Aviloo-Premiumtest.
Zitat...Durch die Veringerung des SoH reduziert sich doch lediglich die Reichweite.
Bei meinem Luxury also von rund 430 km auf rund 300 km bei 70% SoH.
Bis etwa 10 % SoH dürfte sich das Auto fahren, als sei der Akku neu.
ZitatDas ist wohl die Frage, kommt es durch geringeren SoH außer zu Reichweiten- auch zu Leistungsverlust?
Nach meinen Daten steigt im Laufe der zyklischen Degradation mindestens der Innenwiderstand (Ri) an: das zeigen die Stromsprung-Messungen der XP vom Vielfahrer Romeo (ca. 55 mOhm @ 63Tkm) und mir als Wenigfahrer (ca. 46 mOhm @ 11Tkm), jeweils bei ~ 18,5 °C Zelltemperatur.
Je höher der Ri, umso mehr Energie geht beim Fahren und Laden als Wärme verloren. Besonders beim Stromfresser XP führt das im Laufe der Degradation zu steigendem Leistungsverlust @ Vollstrom. Dazu passend schrieb mir Romeo schon im letzten Jahr, daß er am HPC auch bei ausreichend warmem Akku nicht mehr das kWh-Maximum wie bei neuem Akku zu sehen bekommt - vermutlich weil das BMS den max.Ladestrom anhand des Ri freigibt.
Zudem wird wohl auch die Selbstentladungsrade mit der Degradation steigen:
Zitat(https://chinagode.com/de/blog/was-ist-selbstentladung/)
Zu den Hauptursachen der Selbstentladung gehören...Materialverschlechterung: Im Laufe der Zeit altern die internen Materialien und lösen Nebenreaktionen aus, die gespeicherte Energie verbrauchen.
...
Die Geschwindigkeit der Selbstentladung von Batterien wird von mehreren Faktoren beeinflusst, darunter die Batteriechemie und die Umgebungstemperatur, Ladezustand (SOC), Lagerungszeit, Alterung, Verunreinigungen und Zyklusverlauf.
Demnach sinken also im laufe der Degradation die Reichweite, die max. Motor- und Ladeleistung, während die Selbstentladung steigt.
Alle diese Vorgänge reduzieren den Gebrauchswert des Akkus.
Beibt also die Frage:
Ab welchem ca. Rest-SoH werden unsere BEV-Akkus faktisch unbrauchbar für den weiteren Fahrbetrieb, bzw. nötigen dem Fahrer eine unzumutbare Leidensfähigkeit ab?
Da ich bisher keine Berichte über (gut) fahrbare BEV unter 70% SoH kenne, nehme ich erstmal an, daß die Praxistauglichkeit eines BEV im Laufe von 30% Akkudegradation (100% -> 70%) bereits auf 0% sinkt.
Wenn jemand Berichte über den Betrieb von BEV unterhalb 70% SoH kennt, möge er sie bitte hier verlinken!