Bzgl. „Elektroautos sind out“: E-Autos weiter im Trend, Pkw-Neuzulassungen / Verbrenner Vergleich.

  • Man siehts auch gerade bei MG wirklich überall das VW als Vorbild dient - lustigerweise sind die MGs aber mittlerweile auch teils besser als die ID Konkurrenz (hatte letztens das Vergnügen mich mit einem ID4 rum zu ärgern). Meine Mutter hatte diesen als Ersatzwagen - Zitat nach 5 Minuten fahren "Also wenn ich jetzt hier beim Händler wäre, würde ich das Auto jetzt spätestens zurück auf den Hof stellen und die Probefahrt beenden". Sie hatte das Auto 7 Tage und jeden Tag ging irgendwas neues nicht (Navi eingefroren, gefühlt jede Fahrt fallen alle Assistenten aus, keine Ausstattung (gut, typisch Leihwagen, aber zumindest ne Rückfahrkamera könnte schon Serie sein), Software ist auch auf jeder Ebene ein Desaster, gefühlt alles hat geklappert an dem Auto (hatte 40k km) etc..).

    Danach stieg sie in meinen MG und war begeistert (regulär hat sie ein Model Y) - Aus dem VW Konzern kommt uns nach der Erfahrung definitiv nichts ins Haus. Der einzig deutsche Hersteller der in Frage kommen würde wäre BMW - ist aber teuer..

    Aus dem VAG Konglomerat würde ich mir maximal noch einen 911er kaufen. Leider fehlen mir dazu die monitären Mittel also gibts wohl niemals was von dem Verein. :P

  • @Dominik

    Davon würde ich dir abraten..... ein Teil der verbauten Elektronik ist nicht unbedingt auf dem Qualitätsniveau, das man einem solchen Gefährt zutraut.....

    Ich habe meine Quellen aus der Verwandschaft, mehr sage ich dazu nicht.



    Greetz


    Cap

    MG4 Standard Medal Silver, Softwareversion MCU: 69.4.6.0, Software-Version-Mikroprozessor: SWI69-29958-1100R40

  • Was wird da schon drin sein...Bosch hätte ich mal vermutet wie in etlichen Deutschen Fahrzeugen. Ob das jetzt tatsächlich schlechter ist als was anderes ?

  • @Dominik

    Elektronische Dinge sind auch die ganzen Schalterkulissen, nicht nur Steuergeräte für Motor usw.pp. oder auch die Airbagsteuerzng oder Karosseriesteuergeräte für Scheiben, Türen, Lichter innen oder außen..... das kommt ganz sicher nicht alles von Bosch....

    In so nem aktuellen Porsche 911 stecken bis zu 80 (A-C-H-T-Z-I-G) Steuergeräte..... im 996 waren es gerade einmal 6 (S-E-C-H-S)!


    Im ersten MG4 sind es 50, im Tesla Model 3 knapp 20...... aber das nur am Rande....



    Greetz


    Cap

    MG4 Standard Medal Silver, Softwareversion MCU: 69.4.6.0, Software-Version-Mikroprozessor: SWI69-29958-1100R40

  • Und es ist ja nicht nur die Autoindustrie, alle leiden unter hohen Energiekosten, hohen Arbeitskosten und einer irrwitzigen Bürokratie.


    Warum sind deutsche eAutos so viel teurer? Eben wegen hoher Energiekosten, hoher Arbeitskosten und einer irrwitzigen Bürokratie. Und es gibt noch einen Grund: die Tiefstpreise in China müssen die Konzerne mit Gewinnen aus anderen Märkten quersubventionieren.

    Ich habe (leider) mit einigen Autoherstellern beruflich zu tun. Mein Arbeitsgeber stellt Anlagen her die wir unter anderem auch an die Automobilkonzerne verkaufen. Du schreibst von irrwitzigen Bürokratie. Sicher rollen von der EU gerad einige Vorschriften heran, die man als bürokratisch sehen kann. Keine Frage. Wenn ich die Werksvorschriften unserer Kunden sehe, dann ist das was die EU macht ein Witz. Allen voran die deutschen Automobilkonzerne. Egal ob es VW, Mercedes, BMW oder was weß ich wer ist.


    Beispiel VW. Da denkst, dass ist ein Konzern und alle Töchterunternehmen müssen sich an das gleiche halten? Nein. Jeder macht sein eigenes Süppchen und die sind sich untereinander nicht grün. Sogar jeder VW Standort kann nicht immer mit jedem anderen. Beispielsweise baust Du eine Anlage für, sagen wir mal Skoda. Zwecks Umstruckturierungen brauchen die die Anlage nicht mehr, sondern die soll stattdessen an VW direkt gehen. Das kannst quasi vergessen. Du musst die komplette Anlage einmal auseinander bauen und neu machen, weil die unterschiedliche Vorschriften haben, obwohl oben immer VW Konzern steht.


    Oder anderes Beispiel. Für eine Großanlage (anderer Autokonzern) habe ich Vorschriften bekommen, dass waren 4,5 GB als Dateigröße. Das waren nicht die Konzernvorschriften, nein, das waren die Vorschriften für 1 größeres Projekt! Klar mit Mustersoftware, etc. Aber reine Textdokumente waren das 531 PDF-Dateien mit irgendwas über 15.000 Seiten an Vorschriftentext. Das soll einer lesen? Da kennen sich die Automobiler selber nicht drin aus. Da wird geprüft, mit X-Fachleuten diskutiert. Keiner der Experten trifft Entscheidungen oder trifft welche die der Kollege dann nicht akzeptiert oder andere Ansichten dazu hat. Da wird ne Produktionshalle jahrelang geplant, kurz vor der Inbetriebnahme beginnt man erst mit der Auslegung vom Brandschutz und merkt dann, dass das alles so nicht geht und man das von Anfang an hätte anders machen müssen. Dann wird eben nochmal schnell ne neue Vorschrift geschrieben.... Von deutschen Autobauern und Ihrer Bürokratie könnte ich dir Sachen erzählen. Sei es über Genemigungen die über 5 stellen laufen (eine Stelle davon ist in Idien) oder noch andere Sachen.


    Im Vergleich dazu haben wir die gleichen oder sogar größere Anlagen nach China, Mexiko,... gelierfert. Dort gibt es auch Vorschriften, aber nicht so bekloppte. Nach 2 Jahren (Neubau Großprojekt) laufen die Anlagen. Aktueller Fall in Deutschland: Nach 3 Jahren hat man gerade einmal die Anlagen installiert und beginnt mit der Inbetriebnahme und steht sich dabei selber im Weg. Ähnlich läuft es sicherlich auch bei Stuttgart 21 oder lief es beim Berliner Flughafen. Und so Sachen haben nichts mit EU oder Deutscher Bürokratie zu tun, die Unternehmen haben einfach selber intern eine zu große Bürokratie aufgebaut und zu hohe Anforderungen die nicht immer sein müssen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass eine Steuerung für eine Anlage, nach Autobauerstandard das 3-fache kostet, während die Standard Steuerung, die genau das gleiche kann eben nicht das 3-fache kostet. Und mehr Output kommt nicht aus der Anlage raus.


    Das China extrem die eigenen Hersteller subventioniert, darüber muss man nicht diskutieren. Aber die deutschen Hersteller stehen sich in manchen Sachen einfach selber im Weg. Sie sind selber zu bürokratisch und haben in manchen Sachen zu hohe Anforderungen die nicht sein müssen. Getreu dem Motto Wir standadisieren, koste es was es wolle.


    Sorry für den langen Text. Ich möchte die Bundesregierung oder die EU nicht in Schutz nehmen, aber nur Ihnen allein die Schuld zu geben, das wäre unfair.

    Bin kein Autoenthusiast, für mich sind Autos Gebrauchsgegenstände. Aktuell Besitzer und Fahrer eines 12 Jahre alten Fremdfabrikats. Aktuell einen MG4 Urban 54 Comfort bestellt.

  • Dabei hat doch gerade VW recht früh und konsequent auf eAutos gesetzt...

    ...

    Genau.

    Das hatte aber die Autolobby (ich hatte bewusst von der Schnittstelle zwischen Politik und Herstellern gesprochen - also den Leuten, die ihr Geld damit verdienen, Herstellerinteressen in die Ohren der Politiker und Medien zu blasen) nicht mitbekommen, sondern noch lange (und wichtige) Jahre die Sauen von "Flammenhölle", "Strommangel", Reichweitenangst, Qualitätsmangel/Klapperkisten, "Technologieoffenheit", Dunkelflaute, ... durch Medien und Politik getrieben.

    Und - Oh, Wunder - die deutschen Käufer scheuten und Infrastrukturmaßnahmen/-Unterstützung (Gesetzgebung, Verwaltung, Förderung, ...) blieben aus.

    (Wie gesagt: Noch vor einem halben Jahr hat unsere Regierung nochmal das "VerbrennerAusAus" ganz groß inszeniert und von "Technologieoffenheit" gefaselt)


    Der ID-3 ist vor 6 Jahren auf den Markt gekommen und erst jetzt dreht sich in Medien & Politik der Wind.

    ...Es ist leicht auf die Industrie zu schimpfen, wenn die von der Politik immer mehr Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommt....

    Japp - genau das wollte ich ausdrücken.

    ... und gilt (inkl. "Verschenken") mMn auch für den deutschen Vorsprung bei Batterien, Solar & Wind.

    Da wurden kleinliche Diskussionen über Abstände, Trassenverläufe & -bezahlungen, Ober/-unterirdisch, regionale Strommärkte und andere Kleinstaaterei betrieben und alles sowieso als "grüne Spinnerei" abgetan.

    Hätte man damals Gas gegeben, wäre man mit seinen Energiekosten viel weniger hart von Ukraine & Iran getroffen worden.


    Im Ausbremsen, Verhindern & Bedenkentragen ist der Deutsche gut.

    ... und wundert sich dann, dass andere überholen.

  • Danke WTB - sehr interessant.


    Ich kann das aus meinem Arbeitsumfeld absolut bestätigen. Wir sind auch hochgradig staatlich reguliert und überall heißt es "Das fordert die BAFIN".

    Schaut man sich das aber im Detail an, fordert die BAFIN "Eine Dokumentation muss vorliegen". Daraus machen dann aber interne Abteilungen (deren Aufgabe darin besteht, der gesamten Firma Vorgaben zu machen):
    "Die Dokumentation muss..."

    - "... aus diesen 8 Dokumenten in 4 verschiedenen Tools bestehen",

    - "... diesen Vorlagen (120 Seiten und mit ~400 auszufüllenden Parametern - sehr viele davon für viele Produkte überhaupt nicht zutreffend/relevant) entsprechen"

    - "...von 3 verschieden Leuten ausgefüllt werden"
    - "... von 3 Abteilungen genehmigt werden"
    - "...jährlich neu eingereicht und genehmigt werden"

    - "... bei jährlich wechselnden Vorlagen"

    - "Solange nicht jeder Haken gesetzt ist, dürft ihr nicht in Produktion (auch nicht bei einem Bug)"

    - ...

    ... und natürlich alles maschinell überprüft.


    Sehr schön: Meist fordert die BAFIN nur, dass unsere Firma ihre Prozesse beschrieben hat und lebt. Sie fordert gar nicht bestimmte Prozesse. Aber anstatt dann die Prozesse so zu stricken, dass sie "effizient" oder nur "lebbar" sind, wird eine "Hauptsache für den Prozessbeschreiber einfache"-Version festgeschrieben (natürlich ohne Rücksprache mit den Fachabteilungen, die das dann irgendwie leben müssen).

    Ein Kollege meinte mal so schön "Aber die BAFIN hat garantiert nicht gefordert, dass wir das so unglaublich SCHLECHT machen." ^^

  • Die Bafin mag vielleicht zunächst nur eine Dokumentation fordern, spätestens bei der ersten aufsichtsrechtlichen Onsite Prüfung wird dann hinterfragt wie man einheitliche Arbeitsabläufe, qualität, Risikomanagement, kontrolle etc sicherstellt. Die ganzen internen Arbeitsrichtlinien denken sich die Finanzdienstleister nicht aus sondern werden früher oder später dazu gezwungen. Bei uns gabs erst letztes jahr eine mehrwöchige Prüfung. Ich war nicht direkt daran beteiligt jedoch habe ich gemerkt dass dort wirklich viele Mitarbeiterressourcen gebunden waren. Der Prüfungsumfang ist also nicht ganz ohne.

  • Sicher ist die Prüfung nicht ohne - bei uns ist sie alle 2 Jahre. Aber gerade das spräche ja dafür, die Einhaltung der Vorgaben möglichst einfach zu machen.

    Und das sehe ich nicht. Stattdessen wird die Erstellung der Regeln möglichst einfach gemacht.

    Ich bin z.B. sehr überzeugt, dass die Bafin nicht fordert, dass auf reinen (und abgeschotteten) Testsystemen (nur Testdaten drauf) dieselben Beantragungs-, Berechtigungs-, Überwachungs-, Auslieferung-,…-Vorgaben, -Techniken und -Prüfungen eingesetzt werden wie auf produktiven.

    Oder dass ein reines Serversystem ohne GUI trotzdem alle Vorgaben der GUI-Richtlinie umsetzen muss.

    Oder für ein jährliches Abo einer Fachzeitschrift (Wert 120€/Jahr) eine (jährlich wiederkehrende) Anforderungs- & Budgetprüfung stattzufinden hat.

    Ist aber bei uns intern vorgeschrieben.

  • Da wurden kleinliche Diskussionen über Abstände, Trassenverläufe & -bezahlungen, Ober/-unterirdisch, regionale Strommärkte und andere Kleinstaaterei betrieben und alles sowieso als "grüne Spinnerei" abgetan.

    Daran haben Grüne und lokale Umweltschützer aber auch ihren Anteil, die solche Projekte mit Klagen überziehen, bis sie entweder eingestellt oder bis ins Unendliche verzögert werden.


    Zitat

    ... und gilt (inkl. "Verschenken") mMn auch für den deutschen Vorsprung bei Batterien, Solar & Wind.

    Diese Industrie war in Deutschland selbst mit hohen Subventionen nicht konkurrenzfähig. Was hätte man tun sollen? Immer mehr Geld drauf werfen? Was die EU dann später sowieso untersagt hat.

    China kann als Staat sehr viel Geld in Unternehmen stecken, die dann Batterieforschung betreiben und Produkte in den Markt werfen. Deutschland darf Forschung an Universitäten finanzieren, die Ergebnisse werden dann publiziert und jeder kann sie kopieren. Und wie soll zB. so eine kleines Unternehmen wie Varta mit dem chin. Staat konkurrieren? Gar nicht, trotz EU-Subventionen, deswegen sind die in Sachen Batterien auch so weit voraus.

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