Ergonomie- was kann man noch verbessern?

  • Also auf deutschen Straßen Fahrtkomfort zu erwarten und zu hoffen, dass man die Aneinanderreihung von Schlaglöchern mit verändertem Luftdruck ausgleichen kann ist ja schon sehr speziell. :) .

    MG4 Standard, EZ 6/2025, 15000km, Verbrauch 13kWh/100km, produziert in China 12.9.2024, Standort Kanaren/Teneriffa, Neupreis hier ohne Förderungen 23600 Euro.

  • Man muss aber zugeben, dass die Hersteller immer straffere, "sportlichere" Fahrwerke verbauen. Beim Focus hätte ich ausstattungsmäßig gerne den ST Line gehabt, habe dann wegen des softeren Fahrwerks die Rentnerausstattung Titanium gewählt.


    Mittlerweile gibt es glaube ich gar keine klassisch weichen Fahrwerke mehr, hat vielleicht auch mit dem Bremsverhalten in Crashtests zu tun?


    Eventuell stimmt beim Fahrzeug vom OP auch was anderes nicht, defekte Stoßdämpfer oder so? Kannte mal jemanden, der hatte Koni Stoßdämpfer verbaut ohne die Transportsicherung zu entfernen. War wohl sehr hartes, bockiges Fahren.

    MG4 Urban Comfort 54 kWh in Stone Green bestellt am 17. Juli 2026, Lieferdatum ca. Januar/Februar 2027

  • Soviel ich weiß, gibt es zwei Kenngrößen beim Reifendruck einmal die Werksangabe vom Fahrzeughersteller u. den zulässigen Druck der auf dem Reifen steht meist in psi. Laut ADAC u. Co. sollte man 1 bis 2 zehntel Bar zur Fahrzeugherstellerangabe dazu geben mehr nicht wegen der Reifenstandfläche, die sich bei niedrigem Druck nur an den Außenseiten abfährt oder bei zu hohem Druck nur in der Mitte. Was außerdem die Bremswirkung mindern dürfte.

    Das stammt noch aus der Zeit von keinen oder 70 er Reifenquerschnitten, und das bei schmaleren / kleineren Reifen. Heutzutage haben durchweg (n.m.M. zu) große Rad-/Reifenkombinationen mit z.T. sehr geringen Querschnitten. Da wirken sich 0,2 bar mehr manchmal schon sehr deutlich auf den Fahrkomfort aus. Wir sehen ja, wie der Luftdruck von 2,5 je nach Temperatur sogar auf 2,8 ansteigt. Herstellerangaben passen heute besser.

  • Man muss aber zugeben, dass die Hersteller immer straffere, "sportlichere" Fahrwerke verbauen. Beim Focus hätte ich ausstattungsmäßig gerne den ST Line gehabt, habe dann wegen des softeren Fahrwerks die Rentnerausstattung Titanium gewählt.


    Mittlerweile gibt es glaube ich gar keine klassisch weichen Fahrwerke mehr, hat vielleicht auch mit dem Bremsverhalten in Crashtests zu tun?


    Eventuell stimmt beim Fahrzeug vom OP auch was anderes nicht, defekte Stoßdämpfer oder so? Kannte mal jemanden, der hatte Koni Stoßdämpfer verbaut ohne die Transportsicherung zu entfernen. War wohl sehr hartes, bockiges Fahren.

    Da stimme ich dir voll und ganz zu. Hier im konkreten Fall hat das höchstwahrscheinlich eine Ursache, die wir aus der Ferne mit den besten Tipps nicht lösen/finden können.

  • Also auf deutschen Straßen Fahrtkomfort zu erwarten und zu hoffen, dass man die Aneinanderreihung von Schlaglöchern mit verändertem Luftdruck ausgleichen kann ist ja schon sehr speziell. :) .

    Zum einen sind ja nun nicht alle Straßen so schlecht wie du das für dich wahrnimmst, zum anderen hat hier niemand (!) sowas (s.o.) behauptet. Aber das durch zu hohen Luftdruck schlimmer zu machen muss ja nun auch nicht sein.

    MG 4 ev Urban Comfort LR

    Einmal editiert, zuletzt von MG 404 ()

  • Um den perfekten Kompromiss aus geringem Verschleiß und hohem Fahrkomfort zu finden, gibt es eine klare Faustregel: Orientieren Sie sich strikt am TEILLAST-Sollwert des Herstellers und erhöhen Sie diesen um höchstens 0,2 bar.

    Hier sind die entscheidenden Kriterien im Detail:


    1. Das Druck-Diagramm: Der Zielbereich

    Die beiden Ziele (Verschleiß vs. Komfort) arbeiten physikalisch gegeneinander. Der richtige Druck liegt genau im Schnittpunkt:


    • Zu niedriger Druck (Unterdruck):
      • Verschleiß: Sehr hoch an den Reifenschultern (Außenkanten). Der Reifen walkt stark, wird heiß und verschleißt extrem schnell.
      • Komfort: Sehr weich, aber schwammiges Fahrverhalten.
    • Zu hoher Druck (Überdruck):
      • Verschleiß: Erhöht in der Laufflächenmitte. Die Kontaktfläche schrumpft, der Reifen nutzt sich ungleichmäßig ab.
      • Komfort: Schlecht. Der Reifen wird spürbar hölzern und gibt Stöße direkt an das Fahrwerk weiter.
    • Optimaler Druck (Sollwert bis +0,2 bar):
      • Die Lauffläche liegt plan auf der Straße auf. Der Abrieb erfolgt gleichmäßig über die gesamte Breite (maximale Lebensdauer), während das Luftpolster Ecken und Kanten noch gut abfedert.

    2. Praktische Kriterien für die Einstellung

    A. Herstellerangaben auf dem B-Säulen-Aufkleber

    Schauen Sie in die Fahrertür (B-Säule) oder den Tankdeckel. Dort finden Sie Tabellen für unterschiedliche Beladungen:


    • Teillast (Comfort / Normal): Meist 1–2 Personen ohne schweres Gepäck. Dies ist Ihr Basiswert für maximalen Komfort.
    • Eco-Druck (falls angegeben): Liegt meist 0,3–0,5 bar höher. Das spart Kraftstoff, geht aber spürbar zu Lasten des Fahrkomforts.

    B. Die Temperaturregel (Kaltmessung)

    • Messen Sie den Reifendruck ausschließlich bei kalten Reifen (Fahrzeug stand mindestens 2 Stunden oder wurde weniger als 3 km gefahren).
    • Pro 10 °C Erwärmung steigt der Innendruck um etwa 0,1 bar. Wer einen warmgefahrenen Reifen auf den Kalt-Sollwert ablässt, fährt effektiv mit zu wenig Druck!

    C. Temperaturunterschiede im Jahresverlauf

    • Wenn Sie im warmen Herbst (z. B. 20 °C) den Druck einstellen und im Winter Minustemperaturen herschen (z. B. 0 °C), sinkt der Druck allein durch die Temperatur um ca. 0,2 bar. Checken Sie den Druck daher bei Wetterumschwüngen.
  • Das höhere Gewicht von Elektroautos – bedingt durch die schweren Batteriepakete im Unterboden – hat direkte und spürbare Auswirkungen auf den optimalen Reifendruck, das Verschleißverhalten und den Fahrkomfort.

    Da Verbrenner und E-Autos in einer ganz unterschiedlichen Gewichtsklasse spielen, gelten bei EVs erweiterte Spielregeln:


    1. Warum E-Autos den Reifendruck stärker fordern

    Ein Elektroauto wiegt im Schnitt 200 bis 500 kg mehr als ein vergleichbarer Verbrenner. Zudem liegt das Gewicht tiefer und die Gewichtsverteilung auf den Achsen ist oft anders gelagert.


    • Gefahr des Durchwalkens: Wenn der Luftdruck auch nur leicht zu niedrig ist, drückt das hohe Fahrzeuggewicht die Reifenflanken extrem ein. Der Reifen knickt in Kurven stärker ein und erhitzt sich schneller.
    • Höhere Herstellervorgaben: Fahrzeughersteller geben für E-Autos ab Werk fast immer höhere Grunddruckwerte vor (oft zwischen 2,5 und 2,9 bar bei Kaltmessung).
    • Toleranzbereich ist kleiner: Während ein Verbrenner bei 0,3 bar zu wenig Druck meist nur etwas schwammig fährt, führt derselbe Unterdruck beim E-Auto zu beschleunigtem Verschleiß an den Außenkanten und spürbarem Reichweitenverlust (höherer Rollwiderstand).

    2. Der Verschleiß-Doppeleffekt: Gewicht + Drehmoment

    Das höhere Gewicht ist nur eine Hälfte der Gleichung. Die zweite ist das sofort anliegende Drehmoment des Elektromotors:


    • Erhöhter Abrieb beim Anfahren: Bei jedem Beschleunigen greift das volle Drehmoment ohne Verzögerung. Zusammen mit dem hohen Gewicht schrubbt der Reifen stärker über den Asphalt.
    • Ungleichmäßiges Verschleißbild: Wenn der Luftdruck zu gering gewählt wird, führt das hohe Gewicht zu massiver Abnutzung an den Schultern (Außen- und Innenkanten). Ist er viel zu hoch, nutzt sich durch die hohe Masse vor allem die Mitte der Lauffläche schnell ab.
    • Fahrstil-Empfindlichkeit: EVs nutzen Reifen im Schnitt ca. 20–30 % schneller ab als Verbrenner. Ein korrekt eingestellter Reifendruck fängt diesen Verschleiß ab.

    3. Die Lösung: So stellen Sie den Druck optimal ein

    Um die Balance aus Haltbarkeit, Komfort und Reichweite zu sichern:


    1. Obere Grenze der Teillast nutzen: Nutzen Sie den im Türrahmen angegebenen Teillast-Wert und geben Sie fest +0,1 bis +0,2 bar hinzu. Das schützt die Reifenflanken vor dem hohen Gewicht, schränkt den Federungskomfort aber noch nicht zu stark ein.
    2. Achten Sie auf XL- und HL-Reifen: Schwerere E-Autos benötigen verstärkte Karkassen. Reifen mit der Kennzeichnung XL (Extra Load) oder der neueren HL-Kennzeichnung (High Load) können bei identischem Druck deutlich mehr Gewicht tragen, ohne einzuknicken.
    3. Regelmäßiges Achswechseln (Rotation): Weil das Drehmoment meist auf der Antriebsachse greift und das Gewicht stark auf die Reifen drückt, empfiehlt sich bei E-Autos das Tauschen der Räder von vorne nach hinten alle 8.000 bis 10.000 km.
  • Ich vermisse die Quellenangabe🤔