Beiträge von ulf

    Ich bin sehr auf die zukünftige Entwicklung des Diagramms gespannt!

    Nicht nur Du ;)


    Romeo und ich hatten kürzlich Kalibrierungsladungen (unter 10% bis 100% SoC) per Carscanner bzw. Diagnosetablet überwacht. Aus den Daten habe ich die jeweils geladenen kWh ermittelt, und daraus mit mehreren Umrechnungen (auf den vollen 0-100% Ladehub, plus Lade-Entlade-Wirkungsgrad, plus 3kWh-Reservepuffer laut Björn Nyland und die 61,7kWh Nettokapazität laut MG-Presse-Info) unsere SoH berechnet.

    In das letzte Diagramm eingezeichnet, sehen die Ergebnisse so aus:


    Forumdaten_KaliRomeoUlf_Degra_Baudatum_Mittel.jpg


    Das bestätigt die Vermutung, daß die BMS-SoH innerhalb der ersten 2 Jahre unrealistisch hoch mit 100% ausgegeben werden - vermutlich um die Erstkunden zu erfreuen X/

    Die Abweichung zwischen den "Messungen" beim XP von Romeo könnte IMO evtl. aus einem Ladekapazitätsanstieg mit den Zelltemperaturen resultieren: 1. Ladung ca. 15°C, 2. Ladung ca. 21°C.

    Für das kommende Frühjahr plane ich die nächste überwachte Kalibrierungsladung bei meinem XP und bin auch schon gespannt, ob sich berechneter und ausgelesener SoH dann annähern.

    Man sieht am Auto, dass der abgeschnittene Teil zu fehlen scheint, der normalerweise den Ladestecker festhält. Dieser wurde bei gestecktem Stecker abgeschnitten und damit konnte das Ladekabel entfernt werden.

    Verriegelt der MG4 das Kabel nur an 1 Punkt? Wenn ich nach dem Laden (zu spät) versuche, das wieder verriegelte Kabel abzuziehen, fühlt es sich eher an wie festgechraubt statt nur an 1 Punkt fixiert. Denn Typ2-Stecker haben rundum 4 Öffnungen für Verriegelungspins: https://www.elektrofachmarkt-online.de/images/570132.jpg

    Hier ein Update mit einigen weiteren Daten.

    Zuerst wieder die Laufleistungsgrafik der bisher teilnehmenden User...

    Forumdaten_KalLaufleistung3.jpg


    ... und hier die kalendarische Grafik mit 2 rot-gestrichelten Trendlinien:

    Forumdaten3_KalDegra_Baudatum_Mittel.jpg

    Die linke Trendlinie beruht exclusiv auf den Daten von V-Strom 1000 mit einem der ältesten MG4 im Forum (gebaut im November 2022). Seine Daten lassen sich leicht auf einen (spekulativen) letzten 100%-SoH-Punkt genau 1 Jahr = 365 Tage seit dem Baudatum extrapolieren.

    Dazu passend habe ich bei der rechten Trendlinie den Degradations-Startpunkt auf 2 Jahre = 730 Tage ab Baudatum gelegt. Die einzigen NMC-MG4, deren Daten davon deutlich abweichen, sind die von Romeo (bei ihm läßt sich das mit der hohen Laufleistung und einem daraus folgenden zyklusbasierten Degradationszuschlag erklären) und DatUwe, dessen 99%SoH-Punkt von einer Inspektion kommt, wo öfter mal seltsame Daten geliefert werden. Ohne diesen Inspektions-SoH passen auch seine Daten einigermaßen gut zur rechten Trendlinie.

    Die Extrapolation beider Trendlinien auf 7 Jahre ab Baudatum ergibt ca. 80 - 81% SoH - also mindestens 10% Sicherheitsabstand zu den garantierten 70% SoH nach 7 Jahren bzw. 140Tkm ab EZ.


    Meine Vermutung zum Grund der mindestens 1-jährigen 100%-SoH-Zeit ab Baudatum:

    Bei der Übergabe an den Erstkäufer soll der SoH noch bei 100% stehen. Zuerst hatten die Programmierer wohl damit gerechnet, daß auf dem Transport in die EU und während der anschließenden Lagerzeit kein MG4 älter als 1 Jahr würde - so könnte die vermutete Degradations-Programmierung von V-Strom 1000 's MG4 entstanden sein.

    Später hat man wohl anhand von Fällen wie dem ER 77kWh von Perser (mit 445 Tagen zwischen Produktion und EZ) gemerkt, daß 1 Jahr mit angeblichen 100% SoH teilweise zu knapp kalkuliert sein kann und die 100%-Zeit bis zum Degradations-Start laut BMS auf 2 Jahre erhöht.


    Real läuft die kalendarische Degradation natürlich ab der Produktion des Akkus, womit 100% SoH nach 2 Jahren Standzeit IMO ziemlich wahrscheinlich gefaked sind. Rechnet man die 3,77% / Jahr der rechten (grob geschätzten!) Trendlinie auf den BOL-SoH (BOL = Begin Of Life) hoch, dann müßten unsere 64kWh-Akkus eine Geburts-Kapazität von ~ 68.8 Brutto-kWh gehabt haben - aber der 64er von V-Strom 1000 "nur" ca. 66,1 kWh: das erscheint mir sehr unwahrscheinlich.

    Um die Verwirrung noch etwas zu steigerm, wurde der Luxury von DatUwe rund 1 Monat vor dem von V-Strom 1000 gebaut. Das ließe sich wiederum mit der Spekulation auflösen, daß der Akku von V-Strom 1000 z.B. 5 Wochen länger im Lager der MG-Fabrik gelegen hat und gebaut wurde, kurz bevor die Degradations-Startprogammierung auf 2 Jahre geändert wurde.


    Bei den NMC-Akkus werden besonders die künftigen Daten von DatUwe und C-Evo interessant sein um zu sehen, ob sie die aktuelle Trendlinien-Vermutung von linear 3,77% SoH-Verlust / Jahr bestätigen oder eher widerlegen.

    Bei Romeo werden ca. die kommenden 6 Monate zeigen, ob die hohen Zyklenbelastungen seines Akku zu einer dauerhaft höheren Degradation als bei den Akkus mit weniger Ladeungsdurchsatz führen.


    Der Standard von ABdorf scheint die LFP-Faustregel "ca. 0,01%/Tag" bzw. 3,65% /Jahr sehr deutlich zu brechen, denn insgesamt zeigt sein Graph nur noch 0,0042%/Tag. Um das näher zu ergründen, wären Daten weiterer Standard-Fahrer nötig.


    Natürlich sind auch alle anderen User willkommen, die sich an dieser Datensammlung beteiligen möchten - siehe unten in #1!

    Mein Produktionsdatum laut CoC-Formular ist übrigens der 14.11.2022

    Das hatte ich schon - sonst wäre Dein Lux nicht in den Grafiken 8o


    Ja, das Problem ist das wir, die wir schon die ältesten MG4 haben, erst relativ spät angefangen haben den SoH zu ermitteln und die Werte dokumentiert haben. Aber das egalisiert sich ja jetzt dann mit zunehmendem Verlauf.

    Ja... und schon jetzt kann man sich Euren letzten 100%-Punkt gut im Bereich 600-800 Tage ab Fabrikation vorstellen, ohne daß Eure Kurven damit zu unplausibel würden.

    Hier die untere Grafik mit ergänzten Daten zur kalendarischen Degradation der NMC-MG4 im Forum:


    251202_AkkuZert_ForumDaten.jpg


    Die mittlere Degradation ist meine rein optische Schätzung. Linear extrapoliert auf das Ende der 7-Jahre-ab-EZ-Garantie ergibt sich ein durchschnittlicher Rest-SoH von 81,07%, womit nur rund 2/3 der vom MG4-Besitzer zu akzeptierenden 30% SoH-Verlust erreicht würden.

    Auf dieser Datengrundlage bräuchte MG also Garantieansprüche wohl nur in Einzelfällen zu erwarten, in denen bei der Akkuproduktion etwas schiefgegangen ist.